Mit Weitblick, Witz und ganzem Herzen: Wir trauern um Monique Wichmann
Denkerin mit Herz: BSB und Pfeffersport trauern um Monique Wichmann
Der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin (BSB) und Pfeffersport e. V. trauern um Monique Wichmann, die am 22. September 2026 verstorben ist. Mit ihr verlieren wir eine prägende Persönlichkeit des inklusiven Sports in Berlin. Ein Mensch mit großer Gestaltungskraft, der unseren Verband, unseren Verein und viele von uns geprägt hat. Ihr Tod trifft uns zutiefst.
Monique konnte Menschen mitreißen. Wenn sie sich für einen Gedanken begeisterte, wollte sie ihn teilen, weiterdenken und gemeinsam etwas daraus machen. Sie war eine kluge Strategin mit klarer Haltung und ein Mensch voller Lebensfreude. Mit ihr haben wir um den richtigen Weg gerungen, große Pläne geschmiedet und von Herzen gelacht. Ihr Witz, ihre Neugier und ihre Zugewandtheit machten sie zu einer Gesprächspartnerin, deren Gesellschaft man suchte.
Sie brachte Menschen zusammen: Aus Begegnungen entstanden gemeinsame Vorhaben, aus Zusammenarbeit wurde Freundschaft. So verband Monique auch den BSB und Pfeffersport über viele Jahre. Gemeinsam brachten sie inklusive Perspektiven früh in die Bildungsarbeit und in Studiengänge ein. Als langjährige Wegbegleiterin und engagiertes Vorstandsmitglied gestaltete sie die Entwicklung von Pfeffersport mit. Sie gehörte zu beiden Organisationen – fachlich, persönlich und mit ganzem Herzen.
Seit 2000 arbeitete Monique für den BSB – als Referentin für Bildung und Sport und über viele Jahre als stellvertretende Geschäftsführerin. Mit Klaas Brose bildete sie das Führungsduo, das den Verband entscheidend voranbrachte. Beide dachten groß, waren mutig und bestärkten sich gegenseitig. Monique war eine treibende Kraft: Sie sah, wohin sich der Verband entwickeln konnte, und verstand, was dafür aufgebaut werden musste.
Monique wollte, dass gute Arbeit nicht nur erfolgreich ist, sondern dauerhaft trägt. Dafür entwickelte sie die fachlichen und organisatorischen Grundlagen: in der Bildung, in der Beratung der Vereine und in der Zusammenarbeit der Geschäftsstelle. Sie machte Wissen zugänglich, schuf verlässliche Abläufe und gab der gemeinsamen Arbeit eine klare Struktur. Dabei blieb sie beharrlich, auch gegen Zeitdruck und Widerstände. Wie wertvoll vieles davon war, zeigte sich oft erst später, wenn andere darauf zurückgreifen konnten. Der BSB, wie wir ihn heute kennen, ist auch ihre Lebensleistung.
In der Bildungsarbeit setzte sie Maßstäbe, entwickelte Aus- und Fortbildungen sowie Qualitätsstandards weiter und brachte ihre Expertise kontinuierlich auf Bundesebene ein. Ihr Verständnis von Inklusion war dabei ebenso klar wie weitreichend: Inklusion sollte nicht die Zuständigkeit einiger weniger bleiben, sondern selbstverständlich in alle Bildungsbereiche, auf alle Ebenen und in das Selbstverständnis von Vereinen und Verbänden gehören. Monique wollte einen Sport, der seine Strukturen verändert, damit alle Menschen dazugehören.
Diese Überzeugung lebte sie auch im täglichen Miteinander. Bei Monique musste das Persönliche nicht vor der Bürotür bleiben. Sie hörte zu, nahm Anteil und hatte ein offenes Ohr für das, was Menschen beschäftigte. Sie war Mentorin, Vertraute, aber auch die kritische Stimme, die eine wichtige Frage nicht einfach überging. Ihr „Wir“ schloss alle ein: die Kolleg:innen, die Ehrenamtlichen, die Referent:innen und die Menschen in den Vereinen.
2022 beendete Monique ihre Tätigkeit beim BSB aus gesundheitlichen Gründen und fand mit ihrer Familie in Bonn eine neue Heimat. Ihre Verbundenheit mit uns und ihr Engagement für Pfeffersport und den BSB blieben bestehen.
Wir stehen heute auf einem Fundament, an dem Monique entscheidend mitgebaut hat. Was sie geschaffen und uns mitgegeben hat, bleibt in unseren Organisationen, in unseren Überzeugungen und in den Menschen, die sie zusammengebracht hat. Wir werden darauf weiterbauen. Aber wir hätten noch so gern mit ihr weitergedacht, diskutiert und gelacht.
Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden.
Danke, Monique. Du hast unseren Sport verändert und unser Miteinander reicher gemacht. Du wirst uns sehr fehlen.
Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin e. V.
und Pfeffersport e. V.
