Goalball Nations Cup 2026 - Reno Tiede im Interview
Reno Tiede kennt den Goalball aus nahezu jeder Perspektive – als Spieler, als langjähriges Mitglied der Nationalmannschaft und heute als Co-Trainer. Der gebürtige Rostocker, Jahrgang 1990, gehört seit 2009 zum Umfeld des deutschen Herrenteams und hat die Entwicklung der Mannschaft über viele Jahre miterlebt und mitgestaltet.
Beim aktuellen Turnier ist er mittendrin im Geschehen und war bereit für ein kurzes Interview. Dabei spricht er über die Bedeutung des Goalball Nations Cups und gibt Einblicke in die bevorstehende Zeit der deutschen Goalball-Nationalmannschaft der Herren.
Welche Bedeutung hat der Nations Cup für Ihr Team?
Für unsere Mannschaft hat der Nations Cup einen ganz besonderen Stellenwert.
Erstmal ist es eine sehr kurze Anreise, das ist sehr wertvoll. Zum anderen ist er jedes Jahr weltklasse besetzt.
Und für unsere anderen Aufgaben, wie die Weltmeisterschaft, ist es natürlich super, die ganzen Mannschaften von Übersee zu treffen.
Zuvor auch noch unser Trainingslager mit Südkorea – also für uns ist der GBNC immer gesetzt in unserem Jahresplan.
Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Turnierverlauf?
Wir sind jetzt Gruppenzweiter geworden hinter Polen, das stellt uns nicht ganz zufrieden. Gegen Polen hätten wir gerne gewonnen [...]. Jetzt haben wir 11 Gegentore kassiert, das ist natürlich viel zu viel, das haben wir uns anders vorgestellt.
Die anderen Gegner, Italien und Belgien, haben wir souverän mit Abbruch gewonnen. Das war völlig in Ordnung.
Man merkt jetzt auch einfach die Woche [...], nicht mehr jeder ist bei 100 %.
Was zeichnet Ihre Mannschaft aktuell besonders aus?
Unsere Mannschaft ist […] besonders anpassungsfähig auf verschiedene Spielertypen [und] auf verschiedene Spielarten der gegnerischen Mannschaften. Da können wir uns […] sehr gut anpassen, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive.
Unsere Mannschaft selbst auch, unsere Spielerprofile sind sehr unterschiedlich. Ich glaube, es ist sehr unangenehm, sich auf unsere Mannschaft einzustellen, da wir sehr verschiedene Spielertypen in der Mannschaft haben und es in der Vorbereitung nicht immer ganz einfach ist zu wissen, wer am Ende für Deutschland auf dem Feld steht, weil das dann auch die Spielweise des deutschen Teams ganz markant beeinflusst.
Welche Ziele verfolgen Sie für die kommenden internationalen Wettbewerbe? Was steht bevor?
Wir haben ja jetzt die Weltmeisterschaft Anfang Juni in China in Hangzhou. Wir sind vorher nochmal in Rostock bei den Para Games, wo wir noch mal mit dem WM-Kader […] in den Härtetest gehen wollen.
Ansonsten ist die Weltmeisterschaft natürlich für uns absolut im Fokus, wie auch der Goalball Nations Cup. Alles dreht sich rund um die Vorbereitung auf die WM.
[…] Wir haben WM-Bronze geholt. Natürlich träumt man vom Halbfinale der WM, und wenn man im Halbfinale steht, will man natürlich auch irgendwas Metallisches mitnehmen. Aber da müssen wir mal gucken. Für uns ist ganz klar: die nächsten Jahre die Qualifikation für LA – das ist der große Traum. Eine Möglichkeit ist China mit dem Einzug ins Finale, und ansonsten haben wir noch zwei Möglichkeiten: einmal die Europameisterschaften 2027 und den World Cup in Usbekistan, auch 2027. […]. Wo am Ende ist egal. Schön wär’s natürlich, wenn wir in China schon das erste Ausrufezeichen setzen können.
