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eBoccia Berlin Open 2021- Ein Behindertensport- Wettkampf in Zeiten der Pandemie

 

Sport- Wettkämpfe? Ist doch alles abgesagt, oder doch nicht? Ein Erfahrungsbericht der ersten eBoccia Berlin Open.

 

Man sieht die Teilnehmer*innen der Siegerehrung. Insgesamt 17 Kästchen, davon ist jedes mit einem Gesicht gefüllt.

eBoccia Berlin Open 2021- Ein Behindertensport- Wettkampf in Zeiten der Pandemie

 

"Papa, warum liegt der Mensch im Bett?" Mein Sohn schaut mir über die Schulter, ich moderiere gerade aus unserem Arbeitszimmer die Siegerehrung der eBoccia Berlin Open. Im Hintergrund bekomme ich neugierigen Besuch in Echtzeit. Die Situation kennen wir gerade alle, es ist unser neuer Alltag. 

 

Sport- Wettkämpfe? Ist doch alles abgesagt, oder doch nicht? Als wir uns entschieden haben, die eBoccia Battle zu veranstalten, haben uns einige belächelt. Wir wussten selbst nicht, ob das funktioniert. Die Spiele werden in einer App gespielt, die Spieler*innen treffen sich zu Beginn und nach dem Spiel in einer virtuellen Konferenz, um eine technische Einweisung zu erhalten oder die Ergebnisse zu berichten. Und ganz entscheidend: hier begegnen sich zwei Menschen. Shake Hands, das Fachsimpeln vor und nach dem Spiel, wie im Sport so üblich, auch das gibt es hier.

 

Und so haben fast alle Spiele stattgefunden, eine Woche lang in drei Gruppen, mit Finalspielen und drei Sieger*innen und 15 Gewinner*innen. Diese erfolgreichen Athlet*innen durfte ich im Rahmen der Siegerehrungszeremonie ehren. Immer wieder wurden die Mikros aufgedreht und Applaus brandete auf. "Ich habe zwei Wochen jeden Tag vorher trainiert", so der Sieger Christian Hartmann. So ist es nicht verwunderlich, dass er alle Spiele gewonnen hat, und ein weiteres Indiz für die Ernsthaftigkeit der Teilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet. 

 

Para Boccia ist ein Para Sport, den Mann oder Frau auch mit einer sehr schweren Behinderung ausüben kann. Eine Sportart, die bei mir den größtmöglichen Respekt auslöst. Das ist Teilhabe, wenn man auch mit so starken Einschränkungen seinen Sport ausüben und zu den deutschen Meisterschaften oder sogar zu den Paralympics fahren kann. 

 

Diese Teilhabe hat nun auch während der Pandemie funktioniert, und das gar nicht mal so schlecht. Mit mehrminütigen Berichten im rbb-Fernsehen, im Inforadio und auf Sportschau.de haben wir es geschafft, diese Veranstaltung in die Öffentlichkeit zu bringen. 

 

Dafür gebührt mein großer Dank dem Wettkampfleiter Peter Hornig, meinem Event- Team und der Fürst Donnersmarck Stiftung für die tolle Unterstützung. Und nicht zuletzt den großartigen Sportler*innen. Danke für faire und spannende Spiele. Und für die vielen neuen Erfahrungen, dass z. B. die Teilnahme an der eBoccia Open auch aus dem Bett möglich ist. Auf den ersten Blick ungewöhnlich, auf den zweiten Blick aber völlig normal und logisch. 

 

Lasst uns weiterhin unserer aller Bemühungen und Initiativen verstärken, um auch während der Pandemie den Menschen Sport und Begegnungen zu bieten. Gerade im Behindertensport ist das so wichtig!

Klaas Brose, Geschäftsführer