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Tennis Borussia Berlin bietet neues Angebot für Amputierten-Fußball

Es sind mehrere Beine mit Fußballschuhen, Unterarmstützen und ein Fußball auf dem Bild.

In Berlin entsteht ein Angebot für Amputierten-Fußballer:innen. © Anpfiff ins Leben.

In Berlin entsteht eine neue Anlaufstelle für Fußballer:innen mit Amputation oder Dysmelie: Tennis Borussia Berlin stellt in einer Spielgemeinschaft mit dem Hamburger Sport-Verein e.V. künftig ein Team, das in sportliche Konkurrenz mit den bisher aktiven Vereinen Anpfiff Hoffenheim, Fortuna Düsseldorf und den Sportfreunden Braunschweig treten wird. Unterstützung beim Aufbau der neuen Standorte erhalten die beiden Vereine durch die Organisation Anpfiff ins Leben, die mit ihrem Botschafter und Nationalspieler Christian Heintz an der Verbreitung und Entwicklung der Sportart arbeitet.

In dem für 2021 geplanten ersten bundesweiten Ligabetrieb wird zunächst eine „Spielgemeinschaft Nord“ im Dreieck Braunschweig-Hamburg-Berlin antreten, bis den Vereinen der Haupt- und der Hansestadt ausreichend Fußballer:innen für eigenständige Teams angehören. Für den Trainingsstart besteht der Stammkader jeweils aus etwa sechs jugendlichen und erwachsenen Spieler:innen. Die Entwicklung des Amputierten-Fußballs an den beiden Standorten wird durch den Hamburger Fußball-Verband und den Berliner Fußball-Verband im Rahmen der Inklusionsinitiative der DFB-Stiftung Sepp Herberger unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Menschen mit Behinderung über unterschiedliche Teilhabemöglichkeiten in die Strukturen des organisierten Fußballs zu integrieren. Auch der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin (BSB) unterstützt das Projekt bei Tennis Borussia Berlin.

BSB "stolz" auf neues Angebot

TeBe-Vorstandsmitglied Tobias Schulze freut sich über den Startschuss für das gemeinsame Projekt mit dem HSV: „Fußball sollte für alle möglich sein – sowohl auf den Rängen als auch auf dem Platz. Wir freuen uns, beim Amputierten-Fußball ab sofort einen Beitrag dazu leisten zu dürfen und werden alles geben, um das Projekt auch langfristig stemmen zu können.“

Özcan Mutlu, Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin, erklärt: „Wir sind stolz, dass sich Berlin nun auch zum Standort für Amputierten-Fußball zählen darf. Der Dank gilt den Verantwortlichen von Anpfiff ins Leben und Tennis Borussia, die seit mehreren Monaten intensiv daran arbeiteten, dieses großartige Projekt zu realisieren. Jedes neue Para-Sport-Angebot führt zu mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung und hilft uns bei unserer Mission die Hauptstadt inklusiver zu gestalten.“

Gespielt wird Amputierten-Fußball mit Krücken statt Beinprothesen auf dem Kleinfeld, die Regeln entsprechen denen des normalen Fußballs. Amputierten-Fußball wird inzwischen weltweit in mehr als 50 Ländern gespielt, darunter viele mit einem nationalen Ligabetrieb. Während Feldspieler:innen mit nur einem Bein in dieser Sportart aktiv sein können, ist die Voraussetzung für Torhüter:innen ein körperliches Handicap an Arm oder Hand. Für Christian Heintz, selbst beinamputiert und hauptberuflicher Mitarbeiter bei Anpfiff ins Leben, ist der Sport nicht nur ein persönliches Anliegen: „Wir möchten jedem Menschen mit Amputation die Chance geben, Fußball zu spielen. Das ist jetzt auch in Hamburg und Berlin möglich. Dass es dazu noch zwei so namhafte und engagierte Vereine sind, freut uns besonders.“

Weitere Informationen zur Sportart sind hier zu finden: Deutscher Amputierten-Fußball

Damit der Aufbau des Standorts Berlin gelingt, sucht Tennis Borussia noch nach Unterstützung. Benötigt werden Trainer:innen mit oder ohne Erfahrung im Behindertensport, Ehrenamtliche für organisatorische Aufgaben und Sponsoren. Unter amputierte@tebe.de können sich zudem interessierte Spieler:innen melden.